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Nahe Aufnahme der Installation mit grell-grünen kreisfömigen Plastiken und Gittern im Licht einer Neonröhre

Raumstation

Über die Ausstellung

  • 17.04.26 - 30.04.27
  • DI - SO 11:00 - 18:00
  • DO 11:00 - 21:00

Lichthof neben dem Rententurm

8€

Ermäßigt 4€

Als Frankfurt Museum beschäftigen wir uns mit der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft der Stadt. Es sind immer wieder zeitgenössische künstlerische Positionen im Museum zu finden. Wir haben 2023 einen Ort für Interventionen geschaffen und laden in den hohen kleinen atmosphärischen Lichthof neben dem Rententurm ein. Der Rententurm war die äußere Grenze der ehemaligen Stadt und ist jetzt Teil des Museums. Teilweise freigestellt, ist er von Innen aus sichtbar und seit 2012 erstmals öffentlich zugänglich. Der Lichthof ist ein Zwischenraum zwischen den Jahrhunderten. Der Raum ist auch ein Dazwischen von Drinnen und Draußen. Auch die künstlerischen Positionen in diesem Zwischenraum befassen sich genau mit den Themen Zeit und Raum. So auch Heide Weidele, eine authentische Frankfurter Künstlerin mit einem seit 40 Jahren kontinuierlichen Kunstschaffen. 

Sie arbeitet mit Alltagsmaterialien und mit dem Raum. Aus dem Zusammenspiel entstehen ihre originellen installativen Skulpturen. Ihre Themenkomplexe sind: Vasen, Schiffe, kleine Architekturen und hohe Türme, Berge, Pavillons der Blüten, Lüster, Seerosen, Kaskaden, Jagdmomente, Planetarischer Raum, Kasachstan mit Baikonur. 

Astrophysik ist für sie die wichtigste Wissenschaft. Daher gestaltete sie für den Lichthof eine turmartige „Raumstation“, scheinbar in Anspielung auf die modular aufgebauten Weltraumstationen Mir und ISS. Doch stellt sie sich eher mit Stephen Hawking die Frage der imaginären Zeit im Universum. Dabei ordnet sie dem Museum als Basis den Kegel der Vergangenheit zu, über dem sich der Kegel der imaginären Zukunft öffnet mit ihrer in grünes stellares Licht getauchten „Raumstation“. Zwischen beiden der schmale Grat der reellen Gegenwart: der Museumsbesucher.

Heide Weideles Metamorphosen von Dingen der Wegwerfgesellschaft funktionieren nach dem Prinzip der Transformation. „Vorwiegend arme Materialien wie Pappe, Bauholz, Fundstücke, Plastikteile und der Fundus eigener Fotos dienen als Bausatz, aus dem heraus in spielerischen, nicht geplanten Prozessen Arbeiten aufgebaut und später wieder zerlegt werden, um sodann sich aus den Teilen neu zu akkumulieren.“

In den Ferien am Strand der Bretagne entdeckte sie 1994 im liegengebliebenen Strandgut die farbigen Qualitäten der nur leichtausgebleichten Plastikteile für ihr künstlerisches Schaffen. Seither bestehen Heide Weideles installative Skulpturen im Raum auch aus farbigem Material, aus reiner Farbe. Dafür setzt sie Plastikteile ein, wegen der deutlichen Farben und klaren prägnanten Formen und in die Komposition integrierte farbige Leuchtstoffröhren. Für die Künstlerin sind das wichtige Aspekte für autonomes spontanes Arbeiten.

www.heideweidele.de         

Text: Brigitta Amalia Gonser, Kunstwissenschaftlerin / Art Scientist

Fotogalerie

Kunst im Lichthof

Seit 2022 lädt das Museum zeitgenössische Frankfurter Künstlerinnen für ein Jahr ein, im schmalen hohen Lichthof neben dem Rententurm ein dreidimensionales Werk zu zeigen. Damit reagieren die Bildhauerinnen mit ihren Arbeiten auf den ungewöhnlichen Raum und regen zur Wahrnehmung eines Zwischenraums ein.