Über die Ausstellung
- DI - SO 11:00 - 18:00
Saalbau & Rententurm
8 €
Ermäßigt 4 €
Stauferzeit
Die Staufer waren ein Adelsgeschlecht, das vom 11. bis ins 13. Jahrhundert mehrere römisch-deutsche Könige und Kaiser hervorbrachte. Die Stadt Frankfurt war für die Staufer Residenz- und Krönungsort. Während der Herrschaft der Stauferkaiser erhielt Frankfurt wichtige Impulse für seine Entwicklung: Damals bildete sich die Bürgergemeinde, die Stadt erhielt das große Messeprivileg und errichtete eine Stadtmauer.
Zum Museum gehören originale Gebäudeteile aus der Stauferzeit. Um 1200 wurden im Osten des Saalhofs der Stauferbau als zweistöckiger Wohntrakt mit einem saalartigen Raum im Obergeschoss und zum Main hin einem 18 Meter hohen dreistöckigen Wohnturm errichtet. Hier ist heute das Sammlermuseum integriert. Ein Modell des Wohnturms und des „Palas“ (Palast) aus der Zeit um 1200 lädt zum Erkunden des Stauferbaus ein.
Während der Regierungszeit des Stauferkönigs Philipp von Schwaben wurde an der Ostseite des Turmes ab 1200 eine Kapelle errichtet. In ihrem Kellergeschoss wird das Gebäude heute selbst zum wichtigsten Ausstellungsobjekt: Auf einem Steg durchwandern Besucher*innen die ausgegrabenen Mauern, Brunnen und Kanäle, sie stoßen in die Schatzkammer vor und entdecken Krone, Zepter und Reichsapfel – Nachbildungen der originalen Krönungsinsignien aus dem frühen 20. Jahrhundert. Ein maßstabgetreues Stadtmodell mit Gebäuden und Stadtmauern simuliert das Frankfurt der Stauferzeit.
Nach einem spektakulären archäologischen Fund im Juni 2012 kann im Museum auch eine staufische Kaianlage, der „Stauferhafen“, besichtigt werden. Bei den Bauarbeiten für das HMF-Quartier stießen die Bagger auf einen gut erhaltenen gepflasterten Weg, der sich als eine Kaianlage des Saalhofs herausstellte, die zeitgleich mit dem Stauferbau errichtet worden war. Im Zuge der Verlagerung der Stadtmauer an dieser Stelle war diese Kaianlage Mitte des 14. Jahrhunderts zugeschüttet worden. So hat sich im HMF ein einmaliges Zeugnis vom Leben der Frankfurter Stauferstadt erhalten. An der Nordfassade des Altbaus können Gäste im Sonnemann-Saal durch die Flügeltüren ins Freie treten und die Kaianlage betrachten.
