Über die Ausstellung
- 18.06.25 - 01.02.26
- DI - SO 11:00 - 18:00
- DO 11:00 - 21:00
Ausstellungsbau, 3. OG
8 €
Ermäßigt 4 €
Das Bauen von Wohnungen soll der Allgemeinheit zu Gute kommen. Dieser Ansatz prägte Frankfurt lange Zeit. Seit der Abschaffung des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes 1990 verliert die Stadt jedoch preisgünstige Wohnungen und privatisiert vormals öffentliche Bestände.
Die steigenden Mietkosten verschärfen die Wohnungskrise zunehmend und belasten vor allem Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen. Der Bedarf an bezahlbaren Mietwohnungen steigt, während die Zahl öffentlich geförderter Wohnungen zurückgeht: In Frankfurt sank sie von knapp 40.000 im Jahr 2001 auf 22.000 Wohnungen in 2020. Heute ist die Wohnungsfrage nicht mehr nur ein soziales, sondern auch ein ökologisches Thema: Wohngebäude müssen saniert und Fassaden sowie Haustechnik für den Klimawandel vorbereitet werden. Diese Prozesse lösen bei vielen Mieter*innen Angst vor steigenden Mieten aus und führen oft zu Protest.
Die Ausstellung im Stadtlabor richtet den Blick auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Wohnungsfrage. Sie rückt drei Frankfurter Siedlungen in den Fokus, die beispielhaft für die Auseinandersetzungen mit einer sozialen und ökologischen Wohnungsfrage stehen. Die Carl-von-Weinberg-Siedlung im Westend, die Knorrstraße im Gallus und die Henri-Dunant-Siedlung in Sossenheim verkörperten zu ihrer Entstehungszeit ein neues Verständnis von Wohnen und Leben. Eigentumsverhältnisse, Architektur, Wohnformen und der soziale Anspruch an den Wohnungsbau wurden neu gedacht. Doch was ist davon geblieben? Heute sind die Siedlungen in privater Hand und wurden bereits oder werden aktuell saniert. Wie wirken sich diese Veränderungen auf die Wohn- und Lebensverhältnisse der Bewohner*innen aus?
Im Stadtlabor fügen Menschen, die in den Siedlungen wohnen oder arbeiten, Aktivist*innen und Nachbar*innen ihre Geschichten und Erinnerungen zusammen. Expert*innen aus Wissenschaft, Stadtplanung und Politik erläutern stadtpolitische Veränderungen der letzten 40 Jahre. Ein Exkurs in Frankfurts Partnerstadt Tel-Aviv zeigt, dass die Wohnungskrise kein regionales Problem ist, sondern Metropolen weltweit betrifft.
Fotogalerie
Informationen
Kontakt
Kuratorinnen:
Katharina Böttger
069 212-49709
Angelina Schaefer
Tabea Latocha
Noah Nätscher
Öffentlichkeitsarbeit:
Katja Lange
Förderer und Kooperationspartner
Förderer:
IKEA Stiftung
Kulturfonds Frankfurt RheinMain
Kooperationspartner:
Goethe-Universität Frankfurt (Institut für Humangeografie)
Tel Aviv University
Stadt Frankfurt – 100 Jahre Neues Frankfurt
Deutsches Architekturmuseum
Museum Angewandte Kunst
