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Kleider in Bewegung

Frauenmode seit 1850
(18. März 2020 bis 19. Juli 2020)

Ende des 19. Jahrhunderts geriet die Gesellschaft in Bewegung – Standesschranken fielen, demokratische Kräfte forderten die Monarchien heraus, und durch Industrialisierung und Elektrifizierung entwickelten sich neue urbane Räume und Gesellschaftsmilieus. Dies zeigt sich im rasanten Wandel der Bekleidung, vor allem in der weiblichen Mode. Kleidung und die durch sie ermöglichte Körperbewegung drückten ganz wesentlich die veränderten Geschlechterrollen und Lebensverhältnisse in der Gesellschaft des deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik aus.


Die Ausstellung spannt einen großen Bogen von der Beschaffenheit der Kleider hin zu grundsätzlichen Aspekten von Bewegung und Mobilität, ihren Veränderungen und Anpassungen in einer für das Geschlechterbild entscheidenden Umbruchphase von 1850 bis in die frühen 1930er Jahre. Das Museum nimmt damit die großen Jubiläumsdekaden Bauhaus und Weimarer Republik in den Fokus. In den Räumen werden die verschiedenen Alltags- und Lebensbereiche (Haushalt, Arbeit, Sport, Freizeit und Politik) präsentiert, in denen sich Frauen Bewegung eroberten oder trotz bewegungseinschränkender Kleidung zu wirken begannen.

Rund 200 Exponate – konzentriert auf Objekte der museumseigenen Textil- und Modesammlung, ergänzt durch erlesene, internationale Leihgaben (Textilien, Gemälde, Grafiken und Fotografien) – werden präsentiert. Über 50 Vollbekleidungen und zahlreiche Einzelkleidungsstücke werden in Momenten der Bewegung gezeigt, vom bürgerlichen Gesellschaftskleid über das Korsett bis zum Reform- und Arbeitskleid, Badeanzug, erster Hose und Abendmode . Die Ausstellung führt in einer anspruchsvollen Szenografie regionale und internationale Mode-, Kunst- und Bewegungsgeschichte vor Augen, stellt Bezüge zu aktuellen Diskussionen und Medien her und stellt Fragen nach heutiger Bewegungsfreiheit und -begrenzung durch Kleidung.

Denn Kleidung lässt sich zu keiner Zeit allein auf ihre Schutzfunktion reduzieren, sie war und ist stets verbunden mit dem Streben nach Konformität oder Individualisierung, nach Identifikation und Identität. Sie folgt Schönheitsidealen, Normen und Tabus. Sie drückt das Bedürfnis nach sozialem Status und Individualität aus, bezieht sich aber auch auf die geltenden Geschlechterrollen. Die Kleidung und ihre Nutzung in der Körperbewegung sagt deshalb viel über den gesellschaftlichen Wandel und die Handlungsspielräume von Frauen (und Männern) aus. Die Ausstellung macht diesen Bedeutungsreichtum der Kleidung sichtbar, anhand der Kleidung ebenso wie des am Ende des 19. Jahrhunderts entstehenden Films, des bewegten Bildes.

Neben der historischen Zeitschiene in der Ausstellung soll der Blick auch auf die Gegenwart gerichtet sein. Wo stehen wir heute? Schauen wir auf eine geradlinige Entwicklungslinie zurück oder lassen sich Einschnitte, Widersprüche oder Rückschritte konstatieren? Das Begleitprogramm wird mit diversen Formaten die Ausstellung begleiten, u.a. einer Modeschau, Filmen und Aktionen wie „Was ist dein unbequemstes Kleidungsstück?“.

Gefördert durch:
Kulturfonds FrankfurtRheinMain
Ernst Max von Grunelius-Stiftung
STIFTUNG-GIERSCH
Frauenreferat der Stadt Frankfurt
Georg und Franziska Speyer'sche Hochschulstiftung
Stabsstelle für Frauenpolitik am Hessischen Sozialministerium
FAZIT-STIFTUNG
Stiftung Frauen in Europa / TuWas Stiftung für Gemeinsinn

Kooperationspartner:
Lehrstuhl für Kulturwissenschaften des Textilen der Universität Paderborn
Frankfurter Schule für Mode und Bekleidung
Kinothek Asta Nielsen e.V.
Frauenreferat der Stadt Frankfurt

Gesamtleitung
Jan Gerchow (Direktor HMF)

Idee:
Maren Härtel (HMF), Kerstin Kraft (Universität Paderborn), Regina Lösel (Universität Paderborn)


HMF Ausstellungsbüro:

Kuratorinnen: Maren Härtel und Dorothee Linnemann
Kontakt: maren.haertel[at]stadt-frankfurt.de / dorothee.linnemann[at]stadt-frankfurt.de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Karin Berrío
Kontakt: Karin.Berrio[at]stadt-frankfurt.de