HMF, Foto: Stefanie Kösling

Rassismuskritische Arbeit

Rassismuskritische Arbeit im HMF

Frankfurt gegen Rassismus - Aktionsplan zur Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus

Zusammen mit weit über 50 Frankfurter Kulturinstitutionen und Kunstschaffenden gehört das Historische Museum Frankfurt zu den Erstunterzeichner*innen der „Frankfurter Erklärung der Vielen“ und hat sich damit gegen Rassismus, Homo- und Transphobie, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus und Islamophobie ausgesprochen. Mit dieser Erklärung betont es die Bedeutung demokratischer und künstlerischer Freiheit und Pluralität.

Stadtlabor

Das Stadtlabor ist ein partizipatives und gegenwartsorientiertes Ausstellungs- und Veranstaltungsformat, das es seit 2010 gibt. Stadtlabor-Projekte entstehen in enger Zusammenarbeit zwischen dem Museum und den Projektteilnehmer*innen. In den Ausstellungen und Veranstaltungen werden, ausgehend von subjektiven Erfahrungen, gesellschaftliche Phänomene thematisiert. Die Repräsentation marginalisierter Gruppen ist ein zentrales Anliegen. Migrationsgeschichte als Teil deutscher Geschichte zu implementieren, ist eine der Strategien, die im Stadtlabor verfolgt wird.
 

Die Stadtlabor-Ausstellung widmete sich den verschiedenen Formen von Rassismus und deren Auswirkungen auf Betroffene. Sie zeigte aber auch, wie Menschen Widerstand leisten und was sie bestärkt. Es wurden persönliche Rassismuserfahrungen, postkoloniale Fragestellungen sowie Widerstandsbewegungen und Empowermentstrategien beleuchtet. Die Ausstellung blickte dabei auch auf die deutsche Kolonialgeschichte, ihre Fortschreibung und stellte einige unbequeme Fragen an die Gegenwart. Dabei geht es um gesellschaftliche Anerkennung, also um Sichtbarkeit und Sichtbarmachung, Sprechen und Gehörtwerden und um eine kritische Selbstreflexion.
Das Rahmenprogramm der Ausstellung widmete sich ebenfalls den Kernpunkten Rassismus, Widerstand und Empowerment. Es fanden Podiumsdiskussionen, Storytelling, Stadtrundgänge und Performances statt. Sie gaben vor allem Menschen, die Rassismuserfahrungen machen, eine Plattform, um ihre Perspektiven und Lebensrealitäten zu teilen. Die Ausstellung endete mit einer Fachtagung zum Thema Empowermentsharing. Die Tagung bot Räume für Input, Reflexion und Austausch für eine solidarische und rassismuskritische Gegenwart.

"Ich sehe was, was Du nicht siehst. Rassismus. Widerstand. Empowerment" (9/2020 – 2/2021): Stadtlabor-Ausstellung mit vielfältigem Rahmenprogramm und Fachtagung

Interventionsspur "Blickwechsel – dem Rassismus auf der Spur"

Eine Interventionsspur durch die Dauerausstellungen des Museums thematisiert die Kolonialgeschichte und ihr Fortwirken bis heute. Auch in Frankfurt finden sich bereits Spuren aus dem 16. bis in das frühe 20. Jahrhundert. Bis heute wirken imperiale und koloniale Vorstellungen in Form von Rassismus und struktureller Ausgrenzung fort.  Mit 18 Stationen fügt das partizipative Projekt in der die Interventionsspur entstanden ist den Exponaten kritische Betrachtungen und neue Perspektiven hinzu. Künstler*innen und Aktivist*innen of Color kommentieren, verändern und ergänzen mit ihren Ausstellungsbeiträgen ausgewählte Objekte und deren Geschichten. Sie präsentieren ihre kritische Sicht auf die im Museum überlieferten Geschichten mit künstlerischen Mitteln. Die Tour ist überwiegend aus der Perspektive nicht-weißer und intersektionaler Positionen formuliert. In ihrer Rolle als Co-Kurator*innen bieten sie Einsicht in Erfahrungen von Rassismus und stereotypisierenden Zuschreibungen. Neben der Sichtbarmachung von Rassismen werden Strategien der Selbstermächtigung und des Widerstandes verwendet. So umfassen die Interventionen ein Spektrum fiktionaler Erzählungen, ironischer Ergänzungen, Gegenüberstellungen und Protestaktionen sowie Überblendungen einzelner Museumsobjekte. 

Zur Interventionsspur