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Annerkennungspreis des Hessischen Staatspreises "Universelles Design 2018" für das Historische Museum

Das HMF wurde für die Umsetzung seines Leitbildes "inklusives Museum" mit dem Anerkennungspreis des Hessischen Staatspreises "Universelles Design 2018" ausgezeichnet. Mit der Eröffnung des neuen Ausstellungshauses 2017 entwickelte das HMF auch sein Museumskonzept weiter. Ziel war es, die verschiedenen Bedürfnisse der Besucher*innen in den Fokus zu nehmen und mit der Ausstellungsgestaltung, dem Programm und der Sammlung alle Bevölkerungsgruppen anzusprechen.


Durch die Zusammenarbeit mit Experten und Expertinnen in eigener Sache, die das HMF auf dem Weg zum inklusives Museum begleiteten und berieten, entstand ein Ausstellungsbetrieb, der die Inhalte auf vielfältige Weise vermitteln kann. Eine taktile Spur erschließt das ganze Museum für blinde und sehbehinderte Menschen. Touren in leichter Sprache, deutscher Gebärdensprache und in Audiodeskription bieten diverse multimediale Zugänge auf dem Leihgerät oder dem eigenen Smartphone. Eine Reihe von Tastobjekten und "Hands-On-Stationen", vermitteln die Ausstellungen auf spielerische Weise und nach einem "Mehr-Sinne-Prinzip". Alle Besucher*innen können von den inklusiven Angeboten profitieren, sie sind kein Spezialangebot für Menschen mit Behinderung. Vielmehr sind sie Ausdruck unserer inklusiven Haltung und die Antwort auf die Heterogenität der Museumsbesucher*innen.

Dieses umfassende Konzept, das Inklusion als universelles, menschenrechtliches Prinzip des sozialen Zusammenlebens versteht, ist in der hessichen Museumslandschaft einzigartig und wurde deshalb von der Jury als preiswürdig befunden.

Das Hessische Ministerium für Finanzen und das Ministerium für Soziales und Integration vergeben den Preis "Inklusives Design" alle zwei Jahre an Unternehmen, die universelles Design auf besondere Weise fördern. Schirmherr ist der amtierende hessische Ministerpräsident Volker Bouffier.

Mehr Informationen zum inklusiven Museum finden Sie hier.
 

Historisches Museum erhält lab.Bode Volontärsstelle

Im Rahmen von lab.Bode-Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen konnte das Historische Museum Frankfurt erstmals eine Volontärsstelle in der Vermittlung einrichten. Zum 1. August 2018 wurde Danica Brenner auf diese Stelle berufen.

Während ihres Studiums der Kunstgeschichte, Erziehungswissenschaften und französischen Literaturwissenschaften arbeitete Frau Brenner in verschiedenen Ausstellungs- und Forschungsprojekten und machte Museumpraktika im In- und Ausland. Sie war als Mentorin, Dozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Trier tätig und promovierte dort nach Forschungsstipendien in Mainz und Los Angeles im Fach Kunstgeschichte. Für das Historische Museum Frankfurt arbeitete sie zuletzt als freie Mitarbeiterin für die Ausstellung „Das Meisterstück – Kunst kommt von Können. Malerausbildung von der Zunft zur Akademie “. Im Rahmen ihres zweijährigen Volontariates wird sie nun Vermittlungskonzepte für diese Ausstellung konzipieren und umsetzen. Zudem erarbeitet sie unter anderem eine Thementour und didaktische Materialien zu kunsthistorisch bedeutsamen Exponaten und Konvoluten des Historischen Museums.    


lab.Bode fördert bundesweit 23 wissenschaftliche Volontariate im Bereich Bildung und Vermittlung. Das begleitende modulare Fortbildungsprogramm mit Hospitanz in Berlin wurde in Zusammenarbeit mit der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel entwickelt. Es dient der Auseinandersetzung mit den Grundlagen der Vermittlungsarbeit und bietet Unterstützung bei der Kontextualisierung, Reflexion und Dokumentation der eigenen Tätigkeiten in der Kunstvermittlung. Ziel ist die Weiterentwicklung der Museumspädagogik in Richtung der Kunstvermittlung, besonders auch für junge Menschen. Dafür werden im Labor am Berliner Bode-Museum in Kooperation mit Schulen neue Vermittlungsformen erprobt und anschließend am eigenen Museum umgesetzt.

Bereits jetzt ist die Vermittlungsarbeit des Historischen Museums Frankfurt vielseitig aufgestellt: Als partizipatives Museum bezieht es unter anderem in den Stadtlabor-Ausstellungen der Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ die Besucher aktiv in die Ausstellung mit ein.  Von Beginn an war das HMF als inklusives Museum ausgerichtet, das mit Gestaltung, Programm und Sammlungen alle Bevölkerungsgruppen anspricht. Dafür arbeiten Museumspädagogik, Kuratorinnen und Museografen bei Konzeption und Umsetzung der Vermittlungsformate von Sonder- und Dauerausstellungen eng zusammen, um persönliche Vermittlung, Multimediaguide und andere Angebote inkludierend zu gestalten. Führungen, Stadtgänge, Workshops und verschiedene Thementouren richten sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene verschiedenster Fähigkeiten und kultureller Hintergründe. Daneben bietet der Multimediaguide zielgruppenspezifisch und themenorientiert verschiedene Touren durch die Ausstellung. Das 1972 als „Kindermuseum“ eröffnete Junge Museum bietet darüber hinaus interaktive Sonderausstellungen, die speziell auf die Lebens- und Erfahrungswelt von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet sind. Ergänzt wird dies durch die Vermittlung von Stadtgeschichte und Projektarbeit in den eigenen Museumswerkstätten sowie Familienspuren durch die Ausstellungen des Historischen Museums. Durch Frau Brenners Mitarbeit als lab.Bode-Volontärin werden nun die Museumspädagogik des Hauses in Richtung der Kunstvermittlung weiterentwickelt und neue Projekte umgesetzt.

Lab.Bode – Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen ist ein gemeinsames Programm der Kulturstiftung des Bundes und der Staatlichen Museen zu Berlin. Weitere Informationen zur Arbeit der Initiative finden Sie hier.

Gefördert im Programm 360° - Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft

Förderprogramm 360° ─ Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft

Im Rahmen des Förderprogramms „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ der Kulturstiftung des Bundes konnte das Historische Museum Frankfurt eine Kuratorenstelle für Diversität und Migration befristet auf 4 Jahre einrichten. Zum 1. Juni 2018 wurde Puneh Henning auf diese Stelle berufen. Während ihres Studiums der Kunstpädagogik arbeitete sie bereits als freie Mitarbeiterin für das Junge Museum Frankfurt und war anschließend in der Betreuung und Beratung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen tätig. Von 2014 bis 2015 arbeitete sie als Museums-Stipendiatin für „Kulturelle Vielfalt und Migration“, ermöglicht durch die Polytechnische Gesellschaft Frankfurt, am Historischen Museum Frankfurt unter anderem an der Neukonzeption der Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ im „Stadtlabor“ und der“ Bibliothek der Generationen“ mit. Zuletzt war sie als freie Mitarbeiterin am Weltkulturen Museum in Frankfurt und an der Universität Darmstadt-Dieburg tätig. Im Rahmen der neuen Aufgabe wird sich Frau Henning im Museum mit der über 800-jährigen Zuwanderungsgeschichte der Stadt sowie der hochgradig vielfältigen Stadtgesellschaft Frankfurts auseinandersetzen.

Rund 22,5 Mio. Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Sie haben die Geschichte und Gesellschaft des Landes nachhaltig geprägt und werden dies auch künftig tun. Aus diesem Grund ist Migration für Deutschland als Einwanderungsland von besonderer Relevanz. Die Kulturstiftung des Bundes reagiert mit ihrer Fördermaßnahme auf die landesweite Diskussion, dass sich gesellschaftliche Vielfalt nur in geringem Maße in den Programmen, dem Personal und dem Publikum von Kultureinrichtungen wiederfindet. Mit dem Fonds fördert sie daher Kultureinrichtungen aller Sparten, die sich mit Fragen zur kulturellen Vielfalt in den Institutionen selbst befassen. Das Historische Museum Frankfurt, das sich als Museum für die Stadt versteht, möchte sich in diesem Rahmen weiter zu einem zentralen Begegnungsort entwickeln, in dem eine aktive Teilhabe von Menschen mit kulturell vielfältigen Hintergründen an der Museumsarbeit ermöglicht wird.

Gerade Großstädte - wie die Main-Metropole Frankfurt - bieten eine hohe gesellschaftliche Diversität. In Frankfurt haben über 50% der Anwohnerinnen und Anwohner einen Migrationshintergrund. Es ist die Großstadt mit dem höchsten Migrationsanteil in Deutschland. Kulturelle Vielfalt ist das prägende Merkmal der Stadtgesellschaft, womit die Stadt selbst zum Mittelpunkt und Thema wird, über das sich alle Menschen verständigen können. Ziel der Fördermaßnahme ist es, in vier Jahren eine Grundlage für die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen den Akteurinnen und Akteuren der neuen Stadtgesellschaft und dem Museum auf den Ebenen des Programms, des Publikums und des Museumspersonals zu sorgen.

Neben der Sammlung von unterrepräsentierten Geschichten geht es auch darum, die Teilhabe und Mitgestaltung an der Institution selbst, den Narrationen über Stadtgeschichte und an der Repräsentation von Stadtgesellschaft zu ermöglichen. Das Museum möchte so für ein vielfältigeres Spektrum an Akteurinnen und Akteuren der Stadtgesellschaft zum Ort für gesellschaftliche und kulturelle Debatten werden.

Weitere Informationen von der Kulturstiftung des Bundes zu diesem Projekt finden Sie hier.

2. Platz für das Historische Museum Frankfurt beim ZukunftsGut-Preis für institutionelle Kulturvermittlung

2018 wurde erstmals der „ZukunftsGut–Preis der Commerzbank-Stiftung für institutionelle Kulturvermittlung“ vergeben. Drei von 125 Bewerbern aus der ganzen Bundesrepublik kamen in die engere Wahl der Jury. Darunter war auch das Historische Museum Frankfurt. Am 12.9.2018 wurde das HMF für seine partizipative Strategie mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. 

Bei dem ZukunftsGut-Preis der Commerzbank Stiftung handelt sich um den einzigen Preis für Kulturvermittlung durch Kultureinrichtungen wie Schauspielhäuser, Opern- und Konzerthäuser, Literaturhäuser sowie Museen. „Die Auszeichnung unterstreicht, welch sinnvollen Vermittlungsansatz das Historische Museum seit nunmehr sieben Jahren verfolgt. Seine partizipativen Angebote laden die Bürgerinnen und Bürger dazu ein, an ihrem Stadtmuseum mitzuwirken, daran teilzuhaben. Ein erfolgreiches Konzept, das ich voll und ganz unterstütze, weil beide Seiten profitieren: Das Historische Museum erweitert seinen Blick auf die Frankfurter Stadtgeschichte, während sich die Frankfurterinnen und Frankfurter in seinen Präsenzen wiederfinden. Auf diese Weise entwickelt sich unser Stadtmuseum immer mehr zu einem Forum für alle. Der zweite Platz des ZukunftsGut-Preises ist daher ein verdienter Lohn", freut sich Kulturdezernentin Ina Hartwig und gratuliert dem Leiter des Hauses, Jan Gerchow, Frau Susanne Gesser und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu diesem Erfolg.

Mit dem Historischen Museum wurden das Staatsschauspiel Dresden mit dem ersten Platz und das Theater Oberhausen mit dem dritten Platz ausgezeichnet. 

Zur Pressemeldung des Kulturdezernats der Stadt Frankfurt am Main vom 14.9.2018 geht es hier
Zur Pressemeldung der Commerzbank-Stiftung vom 13.9.2018 (Auszeichnung) geht es hier
Zur Pressemeldung der Commerzbank-Stiftung vom 6.6.2018 (Nominierung) geht es hier.
 

Museumsdirektor Jan Gerchow erhält den Kairos-Preis 2018 der Alfred Toepfer-Stiftung F.V.S.

Aus Anlass der Verleihung des Preises produzierte Nil Varol ein Portrait über Jan Gerchow und das neue Historische Museum Frankfurt. Zum 3sat-Film von Nil Varol geht es hier
Zur Presseinformation der Alfred Toepfer-Stiftung geht es hier.