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Bibliothek der Generationen

Die Bibliothek der Generationen (früher Bibliothek der Alten) ist ein von Sigrid Sigurdsson initiiertes künstlerisches Erinnerungsprojekt, das von über 130 Autor*innen mit Leben gefüllt wird. Mit einer Laufzeit von 105 Jahren (2000–2105) ist das Projekt generationenübergreifend angelegt.

Hier werden Bücher und Kassetten aufbewahrt, eingereicht von Privatpersonen, Institutionen, Gruppen und Initiativen. Die in den Beiträgen dargestellten Themen decken ein breites Spektrum ab, das von autobiographischen Arbeiten, über künstlerische Beiträge bis hin zu wissenschaftlichen Darstellungen reicht. Wir führen regelmäßig Veranstaltungen zu einzelnen Themen oder Beiträgen durch.

Die Bibliothek der Generationen wurde ursprünglich für die Ausstellung „Das Gedächtnis der Kunst. Geschichte und Erinnerung in der Kunst der Gegenwart" (2000/2001) konzipiert. Gemeinsam mit dem damaligen Museumskurator Kurt Wettengl suchte Sigrid Sigurdsson 100 Personen, die mit der Geschichte der Stadt Frankfurt am Main verbunden sein sollten. Die Teilnehmer*innen, auch Autor*innen genannt, sollten einen biografischen, historischen oder wissenschaftlichen Rückblick auf das vergangene Jahrhundert erstellen.

Eine Übersicht informiert über die am Projekt beteiligten Autorinnen und Autoren.

Seit 2004 ist die Bibliothek der Generationen Teil der Dauerausstellungen des Historischen Museums Frankfurt. Mittlerweile sind rund 100 Beiträge in die Bibliothek der Generationen eingegangen. Sie bestehen aus historischen oder biografischen Betrachtungen, Tagebüchern oder Briefwechseln, aus Zeichnungen, Protokollen, künstlerischen und wissenschaftlichen Beiträgen sowie aus Fotos, Tonbändern oder Filmen. Es gibt keine inhaltlichen Vorgaben, die Bibliothek weist eine breite Vielfalt an Themen und Erinnerungen auf.

Teilnehmer*innen, die älter als 50 Jahre sind, haben drei Jahre Zeit, ihren Beitrag zu erstellen, wer jünger ist, hat bis zu 50 Jahre Zeit. So entstehen auch Beiträge, die in die Zukunft weisen und das beginnende 21. Jahrhundert reflektieren. Jedes Jahr kommen zwei weitere Autor*innen dazu. Am Ende wird die Bibliothek der Generationen aus 200 Beiträgen bestehen und einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren erinnerter Geschichte umfassen.

Ziel des Projekts ist es, die Geschichte der Stadt Frankfurt am Main aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen und kommenden Generationen die Möglichkeit zu geben, sich mit den Erinnerungen und Berichten der Älteren auseinander zu setzen. Wie die Erfahrung zeigt, kann solch ein „Offenes Archiv“, in dem die Bürger aktiv an einem Erinnerungsprozess teilnehmen, Auslöser weiterführender Diskussionen und Prozesse sein, die den Umgang einer Stadt mit ihrer eigenen Geschichte nachhaltig beeinflussen.

Nutzung der Bibliothek der Generationen

Überlicherweise wird die Bibliothek der Generationen jeden Dienstag und Sonntag zwischen 14.30 Uhr und 17.30 Uhr von Autorinnen und Autoren betreut. Aufgrund der besonderen Maßnahmen, die die Eindämmung des Coronoa-Virus von uns fordert, können zur Zeit leider keine Beiträge eingesehen werden. Wir bedauern das sehr und hoffen, die Bibliothek der Generationen bald wieder uneingeschränkt zugänglich und nutzbar zu machen.
In normalen Zeiten findet dienstags um 14.30 Uhr eine halbstündige Einführung in das Projekt und die Präsentation eines ausgewählten Beitrags statt, die zur Zeit leider auch entfallen muss. Dafür sind auf der gesamten Ausstellungsfläche von "Frankfurt Jetzt!" immer zwei Publikumsbetreuer*innen anwesend, die Fragen zum Projekt beantworten.