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von Peter Stehlik PS-2507 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Das Foto zeigt die Elbestraße bei Nacht mit den Leuchtreklamen der Spielkasinos und Bordelle
Blick in die Elbestraße bei Nacht © HMF Tracey Snelling

Jährlich befindet sich Frankfurt ganz oben in der bundesweiten Kriminalstatistik. Besitzt Frankfurt dieses Image zu Recht? Die US-amerikanische Künstlerin Tracey Snelling interpretiert das Klischee der kriminellen Stadt. Sie hinterfragt, was als kriminell wahrgenommen wird und warum Frankfurt zu diesem Image kommt.

Mit Frankfurt verbinden viele eine kalte, berechnende und profitgierige Stadt mit einem berüchtigten Rotlichtviertel, hartem Drogenmilieu und korrupten Bankern. Frankfurts Spitzenposition in der Kriminalitätsstatistik wird aber vor allem durch seine Eigenschaft als internationales Drehkreuz begründet: Durch Hauptbahnhof und Flughafen sind täglich weit mehr Menschen in Frankfurt unterwegs als hier wohnen. Die Pendler und Reisenden werden nicht in die Kriminalstatistik einbezogen, obwohl gerade das Schwarzfahren zu den besonders häufig in Frankfurt verübten „Straftaten“ gehört.

Der Frankfurter Flughafen ist ein internationales Drehkreuz. Hier landen jährlich 57 Millionen Passagiere aus aller Welt mit und ohne gültige Papiere. Und im Gepäck der Fluggäste findet sich zuweilen auch jede Menge Unerlaubtes: Jedes Jahr wird beispielsweise geschmuggeltes Geld in Höhe von etwa 42 Millionen Euro sichergestellt. Der „kriminellste“ Ort in Frankfurt ist also der Flughafen und es sind vor allem die Transitreisenden, die ihn dazu machen. Steuerhinterziehung und illegale Bank- und Immobiliengeschäfte wurden lange als Kavaliersdelikte angesehen, obwohl es sich dabei um die Volkswirtschaft stark schädigende Kriminalität handelt - erst in den letzten Jahren wurden der Blick dafür geschärft. Das Image der kriminellen Stadt wird aber auch weiterhin durch Prostitution und Drogenkonsum geprägt – die aber gar keinen Straftatbestand
darstellen, aber noch immer öffentlich kriminalisiert und stigmatisiert werden.