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Von Beginn an sammelte das Historische Museum auch Kostüme und Trachten, Kopfbedeckungen und Schuhe, sowie Modeaccessoires als Zeugnisse des sich verändernden Zeitgeistes. Kostüme und Accessoires illustrierten vor allem die stil - und typengeschichtliche Entwicklung, während die Trachten das vom Untergang bedrohte ländliche Brauchtum dokumentierten.

Heute sammelt das Historische Museum Frankfurt Kleidung und Accessoires vor allem als Quellen zur Sozial- und Alltagsgeschichte, die sich mit so unterschiedlichen Aspekten wie der Mode als Zeichensystem und als Mittel sozialer Repräsentation. Kleiderordnungen, die Bedeutung der Kleidung für die Körperformung oder die durch Kleidung vermittelten moralischen Wertevorstellungen sind einige Forschungsfragen, mit denen man sich in dieser Sammlung beschäftigen kann. Ein aktuelles Forschungsprojekt in dieser Sammlung: „Kleider in Bewegung versetzen".

 
Kleidung und Accessoires
Die Sammlung Mode und Textil mit über 16.000 Objekten umfasst daher neben den Schwerpunkten der bürgerlichen Damen - und Herrenkostüme von der 2. Hälfte des 18. bis zum frühen 19. Jahrhundert sowie der Damenkleidung aus der Zeit von 1850 bis in die 1930er - Jahre vor allem zahlreiche Beispiele der Alltags - und Freizeitkleidung nach 1945. Die Trachten aus der Umgebung Frankfurts vermitteln nach zahlreichen Kriegsverlusten nur noch ein fragmentarisches Bild dieser ehemals bedeutenden kostümgeschichtlichen Überlieferung.


Herausragend ist hingegen die Sammlung der Leibwäsche von 1860 bis heute mit rund 1.000 Objekten. Auch die Accessoires wie Kopfbedeckungen, Handschuhe, Strümpfe, Schuhe, Taschen und Behälter, Stöcke, Schirme und Fächer sind mit wertvollen Konvoluten vertreten. Hinzu kommen Handarbeits- und Handwerkszubehör und Haustextilien wie Tisch- und Bettwäsche, Stickbilder und Wandbehänge. Der Bestand wird ergänzt durch Mustersammlungen und Musterbücher (etwa Stoffe und Knöpfe) verschiedener Hersteller und Händler.

Die Frankfurter Fahnensammlung
Einen besonderen Stellenwert für die geschichtliche Überlieferung Frankfurts nimmt die Fahnensammlung ein. Neben den Quartiersfahnen des 18. Jahrhunderts finden sich hier vor allem Zunftfahnen (etwa die bemalten Fahnen für das Gutenbergfest 1840) und Fahnen Frankfurter Gesangs-, Krieger- und Sportvereine, sowie politischer Vereine des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Ein Teil dieses Bestands wird im neuen Ausstellungshaus in der Ebene 1, Gesellschaften, präsentiert werden.


Das Frankfurter Modeamt
Das „Archiv Frankfurter Modeamt” im HMF verfügt über eine Sammlung von Modeaccessoires, Entwurfszeichnungen, Fotografien (in der Sammlung Fotografie), Archivalia und Drucksachen, die das Wirken dieser Einrichtung zwischen 1933 und 1945 dokumentieren.


Fachliteratur und Modegrafik
Fachliteratur, Modezeitschriften ab 1900 (Stiftung Eva Larraß) und Versandhauskataloge ab 1955, sowie ein großer Bestand an  Druckgrafik (Stiftung Eva Larraß) ist der Textilsammlung zugeordnet und befindet sich in der Bibliothek des HMF bzw. in der Grafischen Sammlung.


Die Schmucksammlung
Die Schmucksammlung umfasst über 700 Einzelstücke vom 17. bis zum 20. Jahrhundert und bildet damit ein weiteres wichtiges Element der Modegeschichte. Neben Edelmetallschmuck in Form von Colliers, Broschen, Ringen, Ohrgehängen und Taschenuhren aus dem Besitz wohlhabender Frankfurter Bürger, ist auch Modeschmuck aus verschiedenen Kunststoffen ab Beginn der 1920er Jahre in der Sammlung vertreten. Einen weiteren wichtigen Bereich bilden Schmuckstücke für Trachten und religiöse Anlässe.