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Sammlung - Spielzeug, Kindheits- und Jugendkultur

Die materiellen Spielwelten von Kindern und Jugendlichen des 19. und 20. Jahrhunderts geben Auskunft über die spielerische Aneignung der Welt zu unterschiedlichen Zeiten. Die Sammlung entstand hauptsächlich durch großzügige Schenkungen von Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern, und lassen gesellschaftliche Vorlieben erkennen. Der Sammlung zugeordnet sind auch Objekte, die Erwachsenen zur Unterhaltung dienten.
Einen herausragenden Bereich bilden die Puppenhäuser (groß-) bürgerlicher Familien. Das Puppenhaus der Familie Gontard um 1800 sowie das Puppentheater von Johann Wolfgang von Goethe (als Dauerleihgabe im Goethe-Haus) gehören zu den Preziosen der Sammlung. Auch die historischen Brettspiele aus dem 17. und 18. Jahrhundert bestechen durch ihre Materialvielfalt und Kunstfertigkeit in der Ausarbeitung und sind ein wichtiger Bestandteil nicht nur der Frankfurter Kulturgeschichte.


Neben Funktionen als Lernspielzeug oder als Hilfsmittel zur Einübung von Geschlechterrollen stehen die Stücke auch für die jeweiligen gesellschaftlichen Epochen. Objekte wie Kaufläden, Bau- und Konstruktionskästen, (technische) Modelle, Miniaturfahrzeuge, Modelleisenbahnen, Kinderfahrzeuge, Spielhäuser und Spielzeugtiere, Puppen, Puppenhäuser und -küchen, Gesellschaftsspiele, Blech- und Holzspielzeug oder optisches Spielzeug erzählen von der aufkommenden Technisierung der Gesellschaft als auch von der Ausdifferenzierung des sozio - kulturellen Lebens. Die meisten der Objekte stammen aus bürgerlichen und eher wohlhabenden Haushalten. Manche Objekte sind weder seriell noch industriell hergestellt: die nach eigenen Vorstellungen angefertigte Einzelstücke transportieren zeitgenössische ästhetische Vorstellungen.

 
Spielzeug aus Kriegs- und Notzeiten
Eine Besonderheit stellt die Sammlung von Spielzeug aus Kriegs- und Notzeiten dar. Kindliche Spielwelten in Kriegs - bzw. Nachkriegszeiten sind selten dokumentiert und selbst hergestelltes Spielzeug kaum mehr zu finden. Dem Museum gelang es 2009 dank der Unterstützung der Stiftung Kobe, einen seltenen Spielzeugbestand zu erwerben, der Kindheit in Deutschland während und nach der Zeit des Zweiten Weltkriegs beschreibt.

Zinnfiguren
Auch sind in der Sammlung des Historischen Museum Frankfurts Zinnfiguren zu finden. Zinnfiguren waren das meist verbreitete Spielzeug für Jungen im 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Die vorhandenen Figurensets im HMF beziehen sich nicht auf militärische Ereignisse, sondern thematisieren darüber hinaus auch städtische Ereignisse wie das Schützenfest von 1862, das in der Ausstellung „Frankfurt Einst“ präsentiert wird.
 
Sammlung Walter
Die Sammlung „Walter“ kam in den 1980er Jahren ins Museum. Der biographische Nachlass belegt Kindheit und Jugend während des Nationalsozialismus in Frankfurt. Dazu gehört auch Kriegsspielzeug wie Panzerkreuzer oder Elastolin - Figuren. Der Nachlass war Teil eines umfassenderen Forschungsprojektes zur Jugend im Nationalsozialismus und ist zum Teil in „Frankfurt Einst?“ ausgestellt.

Holzspielzeug
Eine Spezialsammlung von traditionellem Holzspielzeug knüpft an überregionale Sammlungen mit Volkskunstcharakter an: die Sammlung enthält Holzspielzeug aus Berchtesgaden, dem Grödner Tal, dem Erzgebirge und Thüringen (Schenkung), bestehend aus bunt bemalten Holzdocken, Hampelmännern und Christbaumschmuck.

Gegenwart
Seit den 1980er Jahren wird die Sammlung durch gezielte Erwerbungen und durch alltagsgeschichtliche Schenkungen erweitert. Aus Kapazitätsgründen wird sie aber nicht für die Gegenwart fortlaufend weitergeführt.