Zum Inhalt Zum Hauptmenü Zur Suche Zum Footer
Stammbaum der Familie Rothschild
Schönwald, A., Das Welthaus Rothschild aus: Das Goldene Buch des Judenthums, Wien 1890. HMF, C12452. Foto: Horst Ziegenfusz
Straßenschilder mit den verschiedenen Namen des Börneplatzes von 1885 bis heute
Erinnerungsort jüdischer Lebenswelten in Frankfurt: Der Börneplatz mit dem Alten Jüdischen Friedhof 2010. HMF, Foto: Petra Welzel

Frankfurt hat eine über fast neun Jahrhunderte ungebrochene jüdische Tradition – länger als in jeder anderen Stadt Deutschlands. Die Frankfurter jüdische Gemeinde war und ist eine der größten in Deutschland. In Stephan Mörschs Modell sind wichtige Orte und Momente des jüdischen Lebens in Frankfurt festgehalten.
1462 entstand mit der Judengasse das erste Ghetto in Europa. Für vier Jahrhunderte war sie der einzige Ort in Frankfurt, wo Juden wohnen durften. Obwohl als Zwangsmaßnahme eingerichtet, entwickelte sich hier eine jüdische Gemeinde, wie sie in der Frühen Neuzeit an keinem anderen Ort in annähernd vergleichbarer Größe vorhanden war. Zahlreiche bekannte jüdische Familien, wie die Rothschilds und die Franks lebten ursprünglich hier, genauso wie berühmte Rabbiner, die Frankfurt als „Mutter aller Gemeinden“ zu einem Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit machten.

1933 hatte Frankfurt mit fast 30.000 Personen den größten jüdischen Bevölkerungsanteil unter den deutschen Großstädten. 1945 lebten nur noch 160 Juden in der Stadt. Zwischen 1941 und 1945 wurden aus Frankfurt mehr als 10.000 Juden in die Ghettos und Konzentrationslager verschleppt und ermordet. Die 1949 neu gegründete Jüdische Gemeinde war – wie die Stadt selbst – internationaler und kosmopolitischer als im Rest Deutschlands. Zahlreiche Konflikte wurden öffentlich ausgetragen, die nicht nur die jüdische Gemeinschaft in Frankfurt betreffen, sondern symptomatisch für kulturelle und politische Entwicklungen in der gesamten Bundesrepublik standen.