Zum Inhalt Zum Hauptmenü Zur Suche Zum Footer

G-Town.
Wohnzimmer Ginnheim

Stadtlabor unterwegs in Ginnheim
24.3.2013-4.7.2013

Gemütlicher Dorfkern, moderne Wohnblocks: Ginnheim ist ein vielseitiger, ambivalenter und multikultureller Stadtteil Frankfurts.

Die dritte Ausstellung aus der Reihe Stadtlabor unterwegs näherte sich der Frage, wie es sich hier wohnt - in „G-Town, im Wohnzimmer Ginnheim”. In 18 Beiträgen zeigten ehrenamtliche Co-Kurator/innen und rund 200 Mitwirkende, wie sie ihren Stadtteil sehen. So entstand nicht nur ein Brückenschlag zwischen Alt- und Neu-Ginnheim, sondern auch eine Verbindung zwischen Ausstellungsmachern und Besuchern. Denn diese Ausstellung war vor allem eine Einladung zum Teilhaben, Vernetzen und Weiterdenken.

Weitere Materialien 

Projektblog
Dokumentation

 

Der Stadtteil – Vielfalt an Wohnformen

Der Stadtteil Ginnheim bietet sich für eine solche vielschichtige Betrachtung an, denn er zeichnet sich durch heterogene Siedlungs- und Bevölkerungsstrukturen aus: 15.000 Menschen aus aller Welt wohnen hier, sei es im historischen Dorfkern mit seinen Fachwerkhäusern, traditionsreichen Gaststätten und Familienbetrieben, sei es in der von Ernst May geplanten Siedlung am Höhenblick oder der Platensiedlung. In letzteren, 1955 errichteten „Housings” lebten die in Frankfurt stationierten US-Truppen und deren Familien, nach dem Abzug der Alliierten zogen hier viele neue Familie ein, rund 50% von ihnen sind Migrant/innen. Mit einem für Frankfurt überdurchschnittlichen Anteil von Bewohner/innen deutscher Nationalität mit Migrationserfahrung und einem Ausländeranteil von ca. 25% ist in Ginnheim Transkulturalität Alltag.

Die Einzelbeiträge

Die Ausstellung setzte sich aus Einzelbeiträgen verschiedener Co-Kurator/innen und Kooperationspartner/innen zusammen: Der Geschichtsarbeitskreis setzte sich mit einzelnen, historisch besonders interessanten Wohnbauten auseinander, wie dem 1913 errichteten „Roten Block” oder mit Häusern, die – gestern wie heute – Wohnen und Arbeiten unter einem Dach vereinen.
Wie Kinder und Jugendliche ihren Stadtteil erleben und sich mit ihrer Umgebung auseinandersetzen, wurde in den Beiträgen von Kindertagesstätten und Jugendzentren thematisiert. Die Astrid Lindgren-Schule führte eine Projektwoche zur „Straße, in der ich wohne” durch. Die Kinder dreier Tagesstätten dokumentierten, welche Orte bzw. Unorte für sie im täglichen Erleben eine Rolle spielen. Der aus den Reihen der Projektteilnehmer/innen geäußerte Wunsch nach einer stärkeren Vernetzung der Bewohner/innen aus den einzelnen Siedlungen wurde damit aufgegriffen und umgesetzt. Der Brückenschlag zwischen Alt-Ginnheim und Neu-Ginnheim wurde dadurch realisiert und auch im Rahmenprogramm weitergeführt.
 
Eine wichtige Rolle im Kontext „Wohnen” spielt auch das Thema Essen: Gemeinsames Kochen und das Erzählen von länderspezifischen Essgewohnheiten und Rezepten fanden sich in Ausstellungsbeiträgen des Jugendzentrums und der Astrid Lindgren Schulbetreuung. Neue Kontakte zwischen Ginnheimer/innen verschiedener Herkunft und Wohnlage konnten so hergestellt und vertieft werden.
Unter dem Dach des in Ginnheim angesiedelten Bundesverbands der Migrantinnen haben sich verschiedene Gruppen zusammengefunden, die sich mit eigenen Beiträgen an der Ausstellung beteiligen werden. Die Frauen setzten sich auf künstlerische oder dokumentarische Art mit den feinen Unterschieden zwischen Wohnung, Heimat und Zuhause auseinander und reflektierten, welche Rolle ihre spezifische Wohnsituation dabei spielt.
Die Zukunft Ginnheims war der Gegenstand von Beiträgen, in denen es um die geplante Nachverdichtung im Stadtteil ging  sowie um Urban Gardening als Form der aktiven Aneignung und Gestaltung des eigenen Lebensraums.

Kooperationspartner und Co-Kuratoren

Nachbarschaftszentrum Ginnheim (Initiator), Abenteuerspielplatz Colorado Park, Astrid Lindgren Schule, Astrid Lindgren Schulbetreuung, Bundesverband der Migrantinnen e.V., Break 14, Caritas Frankfurt, Deutscher Museumsbund, Evangelische Bethlehemgemeinde, Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt, Gasthaus Adler, Geschichtsarbeitskreis Ginnheim, Grünflächenamt Frankfurt am Main, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, FB Architektur und Bauingenieurwesen, jan & jan architektencooperation, Jugendzentrum Ginnheim, KiTa Morgenstern, Kulturmobil, KulturRegion Frankfurt Rhein/Main, KiZ 23, KiZ Am Wiesenrain, Literaturhaus Frankfurt, Nachbarschaftsbüro Franz Werfel Straße, Ortsbeirat 9, Sancta Familia, Schülerladen Roter Drache, Geldmuseum der Deutschen Bundesbank, TSV Ginnheim, Wuselvilla, Einzelpersonen.
Ausstellungsort: TSV Ginnheim, Am Mühlgarten 2, 60431 Frankfurt am Main