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Baustelle Stauferhafen © HMF Foto Uwe Dettmar
Grabungsort Stauferhafen 2012 © HMF Foto Uwe Dettmar

Der Fund des Stauferhafens im Juni 2012

Im Juni 2012 war die Bohrpfahlwand für die Neubauten des HMF-Quartiers fertig gestellt und die Baugrube wurde gerade ausgehoben. Die Bagger standen im Süden der Grube, ganz dicht vor dem barocken Bernuspalais. Als die Bagger auf einen gepflasterten Weg stießen, der mit einer gut erhaltenen Holzbohle befestigt war, stoppten die Arbeiten.

Den Stadtarchäologen war bald klar, dass es sich hier um einen außergewöhnlichen Befund handelte. Auf einer länge von circa 20 Metern konnten dieser Weg und die hölzerne Befestigung nachgewiesen werden. Das gut erhaltene Pflaster und seine Verbindung zur staufischen Südmauer ließen nur eine Vermutung zu: es müsse sich um eine Kaianlage des Saalhofs handeln, die zeitgleich mit dem Stauferbau des späten 12. Jahrhunderts errichtet worden war. Die zeitliche Bestimmung des Holzbalkens auf Fälldaten von 1303 bzw. 1314 lag im Juli vor und bestätigte diese Vermutung.


Bei dem Balken handelte es sich um ein Verschleißteil, was zuletzt am Beginn des 14. Jahrhunderts ausgewechselt worden war. In der Mitte des 14. Jahrhunderts war diese Kaianlage dann zugeschüttet worden, weil im Zuge der 1333 genehmigten Stadterweiterung die Stadtmauer an dieser Stelle nach Süden hin, in Richtung des Flusses, verlagert wurde. So hat sich im HMF ein einmaliges Zeugnis vom Leben in der Frankfurter Stauferstadt erhalten. Sein neues Highlight liegt unmittelbar im Eingangsbereich. Gleich zu Beginn des Museumsbesuchs wird sichtbar gemacht: Die bedeutende Lage der Stadt am Fluss, die Furt durch den Main in unmittelbarer Nähe (Fahrtor), der daraus entstandene Verkehrsknotenpunkt, der von Königen und Händlern immer häufger benutzte und besuchte Ort — all das wird den Besucher/innen zum Auftakt mit der originalen Kaianlage vor Augen geführt.

Der Wunsch das Highlight unter besten konservatorischen Bedingungen am Fundort zu präsentieren, verbesserte — auch wenn sich durch die Umplanung und Klärung der Detailfragen die Bauzeit um ein Jahr verlängerte — im Nachhinein besehen den ursprünglichen Entwurf der Architekten. Das ursprünglich geplante Dach zwischen Bernuspalais und Eingangsbau ist durch zwei überdachte und verglaste Übergänge ersetzt worden, dazwischen liegt der Hafen. An der Nordfassade des Altbaus können Gäste im Sonnemann-Saal durch die Flügeltüren ins Freie treten und die Kaianlage betrachten.

Historisches Leben rund um den Stauferhafen

Die Fahrt nach Frankfurt mit dem Schiff auf dem Main ist mit den ersten schriftlichen Erwähnung Frankfurts ab 794 überliefert. Erzbischof Albero reiste 1149 mit 40 Wasserfahrzeugen, darunter Wohn- und Küchenschiffe, über den Main zum Hoftag von Konrad III. an. Nur wenige Jahre später, am 4. März 1152, fuhren die Teilnehmer der ersten Frankfurter Königswahl mit Schiffen zur Krönungsfeier von Barbarossa nach Aachen. Die schriftlichen Quellen belegen: Wer etwas auf sich hielt, nahm das Schiff. Mit dem Schiff wurden die Waren, die in Frankfurt gehandelt wurden, geliefert.